6.500 Seemeilen Überführung geschafft! OTTO WULFF Duo Fink/Burke in Recife ready für die letzte Etappe
Melwin Fink und Lennart Burke sind bereit für ihr Comeback bei der Glob40. Die Überführung ihrer Rennyacht von La Réunion bis nach Brasilien war ein Abenteuer für sich, mit traumhaften, aber auch herausfordernden Bedingungen, unzähligen Eiern an Bord und einer speziellen Begegnung auf hoher See.
„Geile letzte Etappe segeln!“ So sieht der Comeback-Plan des OTTO WULFF DUOS Burke/Fink aus
Unverhofft kommt oft, selbst im Südatlantik. Melwin hatte sofort ein Ohr für den Akzent im Englischen von „Officerstevo“. „Wir können auch deutsch reden“, warf er im Funkgespräch mit dem Kapitän des riesigen Hapag-Lloyd-Frachters ein und der staunte nicht schlecht. Ein Segelboot mit deutscher Crew im Südatlantik vor Kapstadt? Es war nur eine der vielen schönen Erfahrungen, die Melwin und seine Mitstreiter in „wahnsinnigen sechs Wochen“ erlebt haben.
Der Startschuss für das Überführungs-Abenteuer im Abenteuer Globe40 fiel in La Réunion, wo das Boot der Offshore-Segler nach dem bitteren Aus auf der dritten Etappe wieder auf Vordermann gebracht wurde.
Startschuss zur letzten Etappe am 29. März
Mit einem Zwischenstopp in Kapstadt und nach insgesamt rund 6.500 Seemeilen (ca. 12.000 Kilometer) ist Recife nun erreicht, wo am 29. März der Startschuss für die letzte Etappe der Regatta rund um den Globus zurück ins französische Lorient fällt – dann wieder mit dem OTTO WULFF Duo Melwin Fink und Lennart Burke.
„Ein riesengroßes Dankeschön an alle“
„Unser schönes Schiff ist schon fast wieder ready für die letzte Etappe. Wir sind super froh, dass alles so gut geklappt hat. 6.500 Seemeilen Überführung ist ein riesiges Brett, aber es hat alles 1A funktioniert“, berichtet Melwin. „Ein riesengroßes Dankeschön geht an alle, die uns supportet haben. Es war ein großes Zusammenspiel von vielen Menschen und das macht Spaß.“
Während sich Lennart um die Werften in der Heimat gekümmert hat, brachte Melwin das Boot zusammen mit Sebastian Dziwisch und Christian Schulzeck bis nach Brasilien. Ruppig ging es bisweilen zu auf See, auf dem ersten Abschnitt musste sogar ein wetterbedingter Sicherheits-Zwischenstopp in Port Elizabeth eingelegt werden.
Von Hardcore-Bedingungen bis Ententeich im Südatlantik
„Das war bei über 30 Knoten Wind Hardcore und fordernd für die Crew“, so Melwin. Die große Atlantik-Überquerung wiederum begann mit einem „Ententeich“. Das habe ich so noch nicht erlebt. Zwei Tage herrschte Flaute und wir mussten motoren“.
100 Eier an Bord und Spaß mit ChatGPT
Nur gut, dass das Trio rund 100 Eier an Bord hatte, so war im Wechselspiel der drei Segler-Köche ein schöner Pfannkuchen nie weit. Ebenso wie ein Bad im beeindruckend tiefen Atlantik. 3.500 Meter Meer hatte das Trio an dieser Stelle unter sich und genügend Zeit, um ChatGPT zu fragen, wie lange wohl ein Eimer braucht, bis er hier auf dem Meeresboden angekommen ist – fünf bis sechs Stunden!
Downwind-Segeln als Geburtstagsgeschenk für Melwin
Ein kleiner Kuchen und eine Flasche Prosecco schafften es ebenfalls in den Proviant-Beutel, um Melwin an seinem 24. Geburtstag auf hoher See hochleben zu lassen. Sein Geschenk? Traumhafte Segelbedingungen nach dem mühsamen Start.
„Der Wind kam und hat uns dann nicht mehr enttäuscht. Wir konnten zwölf Tage lang nonstop downwind segeln, das war mega“, freute sich Melwin. Und schnell war es auch: „Bei beständig 15 bis 20 Knoten Wind war das Boot immer 12 bis 15 Knoten schnell, das war eine sehr gute Reisegeschwindigkeit.“ Nur 15 Tage benötigten Melwin und Co. so für die Atlantik-Überquerung.
„Wollen noch einmal vorne mitmischen“
Das erinnert schon fast an den Rennmodus, in dem das OTTO WULFF Duo auf den ersten Etappen der Konkurrenz mächtig Beine gemacht hat. Das soll auf dem letzten Abschnitt zurück nach Lorient wieder so sein – ohne Frachter-Funk, Baden im Atlantik oder Pfannkuchen an Bord.
„Wir wollen noch einmal vorne mitmischen und zeigen, was die nächste Generation so drauf hat“, sagt Melwin, der nun auch wieder Lennart an seiner Seite hat.
Ein Text von Matthias Heidrich