OTTO WULFF Duo Burke/Fink: Boot repariert, der Mast hält und die Überführung nach Brasilien läuft
Das Ziel ist klar: Lennart Burke und Melwin Fink wollen in Recife ihr Globe40-Comeback feiern. Das Boot und vor allem der Mast sind repariert und die 5.700-Seemeilen-Überführung über Kapstadt nach Brasilien läuft. Ein Abenteuer im Abenteuer dieser Segel-Weltreise.
OTTO WULFF Duo Burke/Fink: Boot repariert, der Mast hält und die Überführung nach Brasilien läuft
Melwin Fink strahlte über beide Ohren, als es in la Réunion endlich wieder „Leinen los“ hieß. Harte Tage lagen hinter dem ihm und seinen Helfern, aber am Ende stand ein Happyend. Die Class40-Rennyacht von „Next Generation Boating Around the World“ ist wieder seetüchtig und bereit für das Comeback.
Unterstützung auf la Réunion „war unglaublich“
„Es waren anstrengende Tage auf La Réunion, aber ich bin super happy und zufrieden. Der Support auf der Insel war so herzlich, alle haben geholfen. Die Unterstützung war unglaublich“, sagte Melwin.
Ende November, mitten im Indischen Ozean, war der Traum der Weltumseglung für Melwin und Lennart auf dramatische Art und Weise geplatzt. Der sogenannte „Bumerang", ein massives Verbindungsstück vom Mast zur Saling, brach. Ein schwerwiegender Schaden, der das OTTO WULFF Duo dazu zwang, die dritte Etappe der 30.000-Seemeilen-Regatta abzubrechen und nach La Réunion zurückzukehren.
Boot repariert, Mast gelegt und gescannt
Ende Januar kehrte Melwin nun mit den Ersatzteilen im Gepäck zurück auf die Insel im Indischen Ozean. Zusammen mit seinem Reparatur-Team hat er das Boot wieder fit gemacht. Die wichtigste Nachricht: Der Scan des gelegten Mastes zeigte keinerlei Schäden.
5.700 Seemeilen bis ins brasilianische Recife
Jetzt muss das Boot „nur noch“ heil in das 5.700 Seemeilen (gut 10.000 Kilometer) entfernte Recife kommen, um dort am 29. März in die letzte Globe40-Etappe zurück nach Lorient zu starten.
Das erfordert Weitsicht. Während Lennart sich in Deutschland um die Werften der beiden Jungunternehmer kümmert, segelt Melwin quasi eine Regatta in der Regatta, nicht im Rennmodus, aber dafür mit ebenso vielen Herausforderungen. Auch hier heißt es bisweilen bei 30 Knoten Wind „gegen die Wellen zu bolzen“, aber auch, malerische Sonnenuntergänge zu genießen und fliegende Fische aus dem Cockpit zu fischen, um sie wieder ins Wasser zu setzen.
Ungeplanter Zwischenstopp wegen 40 Knoten Wind
40 Knoten Wind sind dann aber zu heftig und eine Gefahr für Mensch und Material. Auf dem Weg nach Kapstadt legten Melwin und seine Unterstützer an Bord, der erfahrene Offshore-Segler Sebastian Dziwisch und Oliver Schultheiss sind mit dabei, einen Sicherheits-Zwischenstopp in Port Elizabeth (seit 2021 heißt die Stadt Gqeberha) ein, um sich vor einer aufziehenden Sturmfront zu schützen.
„Alles ist heil geblieben! Wir sind sehr zufrieden, wie die Überführung bisher gelaufen ist“
Dann ging es weiter, wieder vorbei am Kap der Guten Hoffnung, aber dieses Mal aus der anderen Richtung. Klingt banal, verdeutlicht aber die Herausforderung dieser Überführung, denn Melwin und seine Mitstreiter segeln dort quasi gegen die Natur, gegen den Wind und die Meeresströmungen.
Ähnlich knifflig wird sich die Weiterfahrt von Kapstadt nach Recife gestalten, wenn viel Wind zu erwarten ist und sich dann die Frage stellt, wie weit nördlich es gehen muss, um gut am Hochdruckgebiet rund um St. Helena vorbeizukommen.
Pause und Crewwechsel in Kapstadt
Das ist aber noch ein bisschen Zukunftsmusik. Zunächst stehen in Kapstadt eine mehrtägige Pause und ein Crewwechsel an. Für die restlichen 3.5000 Seemeilen nach Brasilien wird neben Sebastian Dziwisch noch Arno Böhnert Melwin an Bord unterstützen. Beide Segler haben bereits mehrfach den Atlantik überquert.
Läuft alles glatt, soll die „Next Generation Boating Around the World“ in der ersten März-Woche Recife erreichen, wo dann auch Lennart wieder zum Team stoßen wird, um die letzten Vorbereitungen vor dem Wiedereinstieg ins Rennen zusammen mit Melwin zu meistern.
„Dann wollen wir noch einmal vorn mitmischen und zeigen, was die nächste Generation so drauf hat“, sagt Melwin und strahlt dabei wieder über beide Ohren.
Ein Text von Matthias Heidrich