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25.07.2017 | Neues aus der Mitte Steilshoop

Im Hamburger Stadtteil Steilshoop trägt Deutschlands erstes Housing Improvement District (HID) sichtbare Früchte. Gemeinsames Ziel der Grundeigentümer ist es, die Mitte des Stadtteils für alle Bewohnerinnen und Bewohner attraktiver zu machen. Otto Wulff und Pro Quartier Hamburg setzen das Projekt um.
Neue Mitte Steilshoop

Im Jahr 2012 wurde in Steilshoop das deutschlandweit erste Housing Improvement District (HID) auf Grundlage des Gesetzes zur Stärkung von Wohnquartieren durch private Initiativen errichtet. Ende 2017, nach fünfjähriger Laufzeit, wird das Projekt abgeschlossen.

2015 starteten die Bauarbeiten an den zentralen Fußgänger-Mittelachsen in Steilshoop. Dadurch hat sich die Verbindung zwischen Wohngebiet und Einkaufszentrum deutlich zum Positiven verändert. Durch das großflächige Neusetzen der Gehwegplatten, die Neupflanzungen und die neue Möblierung hat die Mittelachse sichtbar an Qualität gewonnen. Damit ist der private Teil der Baumaßnahme des Innovationsquartiers Mitte-Steilshoop abgeschlossen. Bis dahin werden noch Stadtteilmarketing-Aktionen und das Orientierungssystem umgesetzt. Im Juli hat zudem der Umbau rund um das Einkaufszentrum begonnen, für den das Bezirksamt Wandsbek zuständig ist. Das Gesamtprojekt Mitte-Steilshoop wird voraussichtlich im Herbst 2018 abgeschlossen sein.

Umbau der Mittelachsen abgeschlossen

Wer als Ortsunkundiger vom Edwin-Scharff-Ring oder Borchertring aus die Mittelachse entlang schlendert, dem wird zunächst nicht unbedingt auffallen, dass hier seit 2015 umfangreiche Veränderungen vorgenommen wurden. Auch der Vorplatz der Martin Luther King-Kirche am César-Klein-Ring macht ganz selbstverständlich einen gut gepflegten Eindruck. Doch gerade das ist der Erfolg. Die neu gestalteten Wege, Plätze und Grünanlagen und die neue Möblierung wirken einladend und freundlich – so als wäre es nie anders gewesen. Spätestens am Gropiusring sieht man den deutlichen Fortschritt gegenüber dem vorherigen Zustand. Denn hier stehen die Umbauarbeiten noch aus.

Neue Mitte Steilshoop
Die Mittelachsen im Wohngebiet Steilshoop bieten nach der Frischekur wieder einen angenehmen Raum für die Bewohner.

Baubeginn im Zentrum

Der Bereich vor dem Einkaufszentrum, die Fehlinghöhe, der Schreyerring und die Mittelachsen bis zum Gropiusring zeigen immer noch ihr in die Jahre gekommenes Gesicht: Es gibt zahlreiche Schäden an den Pflaster- und Klinkerbelägen. Viele der Vorgärten sind zugewuchert. Die Vielzahl kleiner und schlecht zu pflegender Grünflächen sowie das abgenutzte Mobiliar zeugen davon, wie nötig das Facelifting für diese wichtigen öffentlichen Flächen in Steilshoop ist.
Gründe für die fast zweijährige Verzögerung im Zentrum: Eine Bewohnerinitiative hatte gegen die geplanten Baumfällungen ein Bürgerbegehren in Gang gesetzt. In mehreren Verhandlungen wurde ein Kompromiss erzielt, der einerseits weniger Baumfällungen, andererseits Abweichungen von der ursprünglich beschlossenen Planung vorsieht. Außerdem hatte die noch ausstehende Entscheidung der Hochbahn über den Standort des geplanten U-Bahnhofs Einfluss auf das weitere Planen und Bauen. Nun geht es auch hier los. Das für diesen Teil der Umbaumaßnahmen verantwortliche Bezirksamt Wandsbek hat inzwischen die Ausschreibung der Bauarbeiten durchgeführt und den Auftrag vergeben. Der Bau hat im Juli 2017 begonnen. Für die Fertigstellung wird etwa ein Jahr veranschlagt.

Wunschliste abgearbeitet

Das Innovationsquartier Mitte-Steilshoop hat umsichtig gewirtschaftet. Die finanziellen Mittel, die für die geplanten Umbaumaßnahmen zur Verfügung standen, wurden nicht in voller Höhe benötigt und konnten daher für weitere Wünsche aus dem Stadtteil eingesetzt werden. Dies hat es ermöglicht, in bestimmten Bereichen für weitere Verbesserungen zu sorgen und die Freiräume mit noch mehr Qualität auszustatten. Davon hat unter anderem der Platz zwischen der Martin Luther King-Gemeinde und dem Ärztehaus am César-Klein-Ring profitiert: Es gab einige Nachpflasterungen mit Naturstein, eine Erneuerung von Baumscheiben mit wassergebundener Decke, zusätzliche Fahrradständer und den Austausch von zwei alten Rundbänken. Dies alles hatte auf der Wunschliste der Kirchengemeinde gestanden. Außerdem konnte noch etwas für die Kinder im Stadtteil getan werden: Der Spielplatz am Erich-Ziegel-Ring hat neue Spielgeräte bekommen.

Orientierungssystem

Für Ortsfremde ist die Orientierung in Steilshoop nicht ganz einfach. Das war von Beginn an Thema beim Innovationsquartier. Deshalb sollen künftig zusätzliche Straßenschilder das Auffinden von Adressen an den Mittelachsen erleichtern. Außerdem werden an zentralen Stellen dreidimensionale Reliefs mit dem Plan der Siedlung Steilshoop aufgestellt. Diese bestehen aus Bronzegussplatten, die auf massiven Natursteinsockeln befestigt werden.

Neuer U-Bahnhof

Die Hamburger Hochbahn AG hat beschlossen, den künftigen U-Bahnhof Steilshoop an der Gründgensstraße zu errichten. Die bisher noch erwogene Variante mit dem Standort Schreyerring – genau dort, wo das Innovationsquartier die Neugestaltung des Platzes vorsieht – soll nicht weiter verfolgt werden. Der Bahnhof kommt an den gewohnten Verkehrsknotenpunkt in Steilshoop – dorthin, wo auch die Busse halten. Das macht das Umsteigen leichter und schneller, vor allem für Menschen mit Bewegungseinschränkungen. Außerdem wird der neu gestaltete Platz am Schreyerring nicht durch die erforderlichen Eingänge zur U-Bahn zusätzlich eingeengt. Der Baubeginn für die U5 (Ost) ist nach bisherigem Planungsstand ab 2021 vorgesehen.

Freiflächenpflege im Takt

Die im Lenkungsausschuss vertretenen Grundeigentümer haben sich auf gemeinsame Mindeststandards bei der Pflege und Entwicklung der Grünflächen entlang der Mittelachsen im Innovationsquartier Steilshoop verständigt. Außerdem stimmen künftig die zuständigen Fachleute ihre Pflegetermine noch intensiver aufeinander ab. Dabei ist die Stadtreinigung Hamburg mit eingebunden. Die Abstimmung erfolgt im Rahmen ihrer regelmäßigen Pflegeworkshops. Auch das Bezirksamt Wandsbek, das für die öffentlichen Flächen zuständig ist, soll in die Koordinierung der Pflege einbezogen werden.

Neue Mitte Steilshoop
Aktiv werden für die Nachbarschaft: Die sogenannte Stromkastengalerie wurde von Schülerinnen und Schülern der Schule am See gestaltet.

Hängemattengarten und Stromkastengalerie

Auch 2017 soll es einen Hängemattengarten geben. Die Aktion hatte im letzten Jahr trotz des sehr durchwachsenen Wetters viel Anklang im Stadtteil gefunden. Voraussichtlich im September ist es soweit. Geplant ist wieder ein Angebot für Familien in der Nachbarschaft der östlichen Mittelachse. Veranstaltungsort ist die sogenannte „Backsteinbastion“ am Erich-Ziegel-Ring.

Am 10. Mai 2017 eröffnete die Stromkastengalerie an der westlichen Mittelachse zwischen Edwin-Scharff-Ring und Schreyerring. Schülerinnen und Schüler des Kunstprofils der Schule am See hatten in den Monaten zuvor fünf Stromkästen in Originalgröße als Holzlattenrahmen nachgebaut und ihnen ein neues Innenleben gegeben. Von den Kunstwerken wurden professionelle Fotos gemacht, die exakt passend auf Kunststofffolie gedruckt und auf die Kästen aufgezogen wurden. Die künstlerische Leitung hatte Kristine Thiemann, unterstützt haben die beiden Lehrerinnen Susanne Olbrich und Sabine Lübbke sowie die Kulturagentin Dr. Kathrin Langenohl. Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Wer sich davon selbst überzeugen will, sollte mal wieder auf Achse gehen. Die Stromkastengalerie ist ein Projekt des Stadtteilmarketings Mitte-Steilshoop und wurde vom Programm „Kulturagenten für kreative Schulen in Hamburg“ und vom Verein „Allianz für die Jugend e.V.“ gefördert. Untersützt wurde das Projekt außerdem von der „Stromnetz Hamburg GmbH“ und Conceicão Feist. Die Stromkastengalerie wird demnächst auf der Ostseite der Mittelachse fortgesetzt.

Ein Fonds für die Mitte Steilshoop

Im Mitte-Steilshoop-Fonds sind noch Fördermittel vorhanden. Projekte aus dem Stadtteil können sich noch bis zum Ende der Laufzeit des Innovationsquartiers Mitte-Steilshoop (Ende November 2017) mit einem entsprechenden Antrag bewerben. Ansprechpartner für den Fonds und für alle Projekte des Stadtteilmarketings ist ProQuartier, Tel. 42666-9700, kontakt@proquartier.hamburg. Weitere Hinweise zum Fonds und Informationen zu allen Projekten finden Sie im Internet auf www.mitte-steilshoop.de. Informationen zum Innovationsquartier liegen auch an verschiedenen Orten, beispielsweise im Stadtteilbüro am Schreyerring oder im Haus der Jugend, aus.